Rosenkohl schützen: Schädlinge und Krankheiten erkennen und sanft bekämpfen
- Welkt Rosenkohl, lohnt der Blick unter die Erde: Wurzelwucherungen können auf Kohlhernie hindeuten, weißliche Maden im Strunk auf die Kohlfliege.
- Die Pflanzzeit von Mai bis Anfang Juni kann in die Eiablage der ersten Kohlfliegen-Generation fallen, deshalb kommen Pappkragen und Netz gleich beim Pflanzen.
- Raupen und Eigelege sammelst du von Hand ab, Kolonien der Mehligen Kohlblattlaus entfernst du gleich zu Befallsbeginn.
- Kohlherniekranke Pflanzen lassen sich nicht wieder gesund machen: samt Wurzeln in den Restmüll, Geräte reinigen und danach mindestens 7 Jahre keine Kreuzblütler auf die Fläche.
- Die Rosenkohlsorten Crispus F1 und Cronus F1 besitzen eine Resistenz gegen Kohlhernie.
- Brennnesseljauche ist vor allem ein stickstoffhaltiger Dünger, und zu viel Stickstoff beeinträchtigt beim Rosenkohl die Röschenbildung.

Löcher in den Blättern, blaugraue Läusekolonien, eine Pflanze, die trotz feuchter Erde welkt: Am Rosenkohl lohnt es sich, solche Zeichen früh zu deuten. Er steht lange im Beet und ist entsprechend lange Schädlingen und Krankheiten ausgesetzt. Je nach Sorte dauert seine Kultur etwa 160 bis 250 Tage ab der Pflanzung. Für die Winterernte kommt er von Mai bis Anfang Juni ins Beet, geerntet wird von Oktober bis in den Februar.
Ich gehe deshalb vom Pflanztag an regelmäßig durch die Reihen, drehe Blätter um und schaue bei jeder welken Pflanze zuerst unter die Erde. Hier liest du, woran du Schädlinge und Krankheiten am Rosenkohl erkennst, welche Sorten eine ResistenzResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. gegen Kohlhernie besitzen und wie du Spritzbrühen aus dem eigenen Garten einordnest.
Welche Schädlinge befallen Rosenkohl?
Die Übersicht ordnet typische Schadbilder dem passenden Schädling zu. Genauer beschrieben sind sie in den Abschnitten darunter.
| Schädling | Woran du ihn erkennst | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. | welkende Pflanzen, weißliche Maden bis etwa 1 cm in Strunk und Wurzelbereich | Pappkragen um den WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt., Netz ab dem Pflanzen, Beet ohne Kohlfliegenpuppen |
| Großer Kohlweißling | gelbschwarze Raupen bis 4 cm, Lochfraß bis auf die Blattrippen | Raupen und Eigelege absammeln |
| Kleiner Kohlweißling | grüne, samtartig behaarte Raupen bis 3 cm | Raupen und Eigelege absammeln |
| Kohlmotte | grünlich-graue Raupen bis 1 cm, erst Minen, dann Loch- oder Fensterfraß, feines weißes Gespinst an den Herzblättern | Raupen absammeln, geschädigte Teile entfernen |
| Kohleule | grüne bis braune Raupen bis 4 cm | Raupen absammeln |
| Mehlige Kohlblattlaus | blaugraue, wachsbepuderte Kolonien unter den Blättern, fleckige und buckelige Blätter | Kolonien zu Befallsbeginn entfernen, mit kaltem Wasserstrahl abspülen |
| Kohlmottenschildlaus | Tiere fliegen bei Berührung auf, klebriger Honigtau, schwarzer Rußtau | befallene Pflanzen nach der letzten Ernte räumen |
| Kohlerdfloh | springende Käfer von etwa 2,5 bis 3 mm, viele kleine Löcher | Netz direkt nach dem Pflanzen |
| Schnecken | silbrige Schleimspuren, Fraßschäden | absammeln, lückenloser Schneckenzaun |
Kohlfliege: Maden in Strunk und Wurzeln
Welkt ein junger Rosenkohl, obwohl die Erde feucht ist, kann die Kohlfliege dahinterstecken. Ihre weißlichen Maden werden bis etwa 1 cm lang. Am Rosenkohl fressen sie vorwiegend im Strunk und im Wurzelbereich, sodass die Pflanze welken und absterben kann. Findest du beim Herausziehen Maden an den Wurzeln, spricht das für einen Befall.
Die erste Generation der Kleinen Kohlfliege erscheint je nach Witterung im April oder Anfang Mai. Ungefähr 8 bis 10 Tage danach beginnt die Eiablage. Weil Rosenkohl für die Winterernte von Mai bis Anfang Juni gepflanzt wird, kann die Pflanzung genau in diese Zeit fallen.
Ich lege deshalb gleich beim Pflanzen einen Kragen aus Pappe um den Wurzelhals jeder Jungpflanze. Die Kärtchen fangen Eier der Kohlfliege auf, und ich entferne sie samt Eiern. Zum vorbeugenden Schutz gehört außerdem ein Kulturschutznetz, das direkt nach dem Pflanzen aufliegt. Einen Befall durch Puppen, die schon im Beet überwintert haben, verhindert es allerdings nicht. Wähle für deinen Rosenkohl deshalb eine Fläche ohne Kohlfliegenpuppen, also kein Beet, auf dem im Vorjahr befallener Kohl stand.
Raupen: Kohlweißling, Kohlmotte und Kohleule
Kohlweißlingsraupen fressen Löcher in die Blätter, bis die Blattrippen freiliegen. Siehst du Fraßlöcher und daneben grüne oder braune Kotkrümel, dreh die Blätter um und such nach Raupen und Eigelegen. Die Kohlmotte fällt anders auf: Ihre Larven fressen zuerst Minen ins Blatt und später Löcher oder Fenster. An den Herzblättern findest du dann häufig ein feines weißes Gespinst.
Bei beginnendem oder geringem Befall kann das Absammeln schon ausreichen. Ich lese Raupen und Eigelege von Hand ab und breche stark zerfressene Blätter mit aus. Das Einsammeln der Larven und das Entfernen geschädigter Pflanzenteile können am Rosenkohl den Schaden begrenzen.
Mehlige Kohlblattlaus: blaugraue Kolonien unter den Blättern
Die Mehlige Kohlblattlaus wirkt durch ihren Wachsbelag blaugrau und sitzt überwiegend auf der Blattunterseite. Am Rosenkohl werden befallene Blätter fleckig und buckelig, manche rollen sich auch ein. Ihre Kolonien entfernst du am besten gleich zu Befallsbeginn.
Einzelne Kolonien breche ich mit dem Blatt ab. Sitzen die Läuse verteilt, spüle ich sie mit einem kräftigen, kalten Wasserstrahl herunter.
Kohlmottenschildlaus: bis in den Winter an der Pflanze
Fliegen beim Berühren der Blätter viele kleine weiße Tiere auf, deutet das auf die Kohlmottenschildlaus hin, auch Weiße Fliege genannt. Die Tiere und ihre Larven sitzen auf den Blattunterseiten. Ihr klebriger Honigtau kann einen schwarzen Rußtaubelag begünstigen.
Befallene Kohlpflanzen dienen dem Schädling als Winterquartier und sollten nicht bis zum Frühjahr im Beet stehen bleiben. Weil Rosenkohl bis in den Februar geerntet wird, heißt das für dich: Nach der letzten Ernte kommen befallene Strünke zügig aus dem Beet. Das gilt genauso für Grünkohl im Winterbeet. Was Grünkohl im Winter bedroht und wie du eingreifst, liest du im eigenen Ratgeber.
Erdflöhe und Schnecken an Jungpflanzen
Kohlerdflöhe sind springende Käfer von etwa 2,5 bis 3 mm. Ihr Fraß hinterlässt viele kleine Löcher in den Blättern, gefährdet sind vor allem Keimlinge und frisch gepflanzte Bestände. Überwinterte Käfer erscheinen meist ab April, die neue Generation ab Juli. Warme, trockene Frühjahre begünstigen sie, und die Erde feucht zu halten, ist allein keine verlässliche Bekämpfung.
Silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken. Du findest sie am ehesten früh morgens, spät abends und bei Regen, und zu diesen Zeiten sammle ich sie ab. Ein Schneckenzaun schützt nur, wenn er lückenlos steht und keine Pflanzen darüberhängen. Schnecken, die schon im Inneren sitzen, sammelst du trotzdem ab. Ich gieße morgens gezielt an die Pflanzen und lasse die Wege dazwischen trocken. Kräuterbarrieren aus Thymian oder Salbei gelten nicht als gesicherter Schneckenschutz.
Welche Krankheiten treten am Rosenkohl auf?
Bei Krankheiten sind Symptome zunächst Hinweise und keine sichere Diagnose. Manche Ursachen sehen sich ähnlich, deshalb lohnt ein zweiter Blick auf Blattunterseite, Wurzeln und Strunk.
Kohlhernie: Wucherungen an den Wurzeln
Kohlhernie zeigt sich über der Erde an Pflanzen, die kümmern oder welken. Die Ursache sitzt an den Wurzeln: Dort bilden sich knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen, die innen weißfleischig und nicht hohl sind. Eine bereits erkrankte Pflanze lässt sich nicht wieder gesund machen. Nimm sie samt Wurzeln aus dem Beet, gib sie in den Restmüll und reinige anschließend die benutzten Gartengeräte gründlich.
Kohlherniekranke Pflanzen wandern samt Wurzeln auf den eigenen Kompost. Sie gehören in den Restmüll.
Der Erreger bleibt lange im Boden, denn seine DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. können dort bis zu 20 Jahre überdauern. Infektionen werden besonders durch 20 bis 25 °C und feuchte bis staunasse Böden begünstigt. Staunässe vermeidest du auf dem Rosenkohlbeet deshalb konsequent. Nach einem Befall wird für Kreuzblütler auf dieser Fläche eine Anbaupause von mindestens 7 Jahren empfohlen, und selbst danach kann die Krankheit erneut auftreten.
Befallen werden neben Kohl auch Rettich, Radieschen und Raps sowie die Unkräuter Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel. Auf einer betroffenen Fläche jäte ich diese Unkräuter deshalb früh.
Zur Vorbeugung wird nach einer Bodenprüfung ein pH-Wert von 7 bis 7,5 empfohlen. Für Rosenkohl selbst wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7,5 empfohlen, der Zielwert gegen Kohlhernie liegt also im oberen Teil dieses Bereichs. Ob du kalkst, entscheidet der gemessene pH-Wert zusammen mit Bodenart und Humusgehalt. Mehr zu Kalkung, Fruchtfolge und Hygiene findest du im Ratgeber darüber, wie du der Kohlhernie beim Rotkohl vorbeugst.
Echter und Falscher Mehltau
Am Rosenkohl können beide Mehltauarten auftreten, und sie sehen unterschiedlich aus. Echter Mehltau beginnt mit weißen, mehligen Flecken. Falscher Mehltau bildet gelbliche Blattflecken, und vor allem auf der Blattunterseite wächst ein weißgrauer PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst..
Beim Falschen Mehltau begünstigen Temperaturen von 8 bis 12 °C die Keimung der Konidien. Bei 15 bis 17 °C kann der Erreger besonders schnell in die Blätter eindringen. Vorbeugend vermeidest du längere BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren., deshalb gieße ich früh am Tag und bodennah, ohne die Blätter zu benetzen. Bei Jungpflanzen beugen gute Lüftung, vermiedene Taubildung und rasch abtrocknende Blätter zusätzlich vor. Stark befallene Blätter nehme ich ab.
Zum Vergleich: Wie Mehltau und andere Krankheiten am Blumenkohl aussehen, zeigt ein eigener Ratgeber.
Blattflecken: Alternaria, Weißer Rost, Adernschwärze und Virus
Neben dem Mehltau können weitere Erreger Flecken auf den Blättern hinterlassen.
| Krankheit | Anzeichen | Einordnung |
|---|---|---|
| Alternaria | graubraune, rundliche Blattflecken | begünstigt durch 15 bis 25 °C und hohe Luftfeuchtigkeit; befallene Blätter entfernen, um die Ausbreitung zu begrenzen |
| Weißer Rost | weißliche bis cremefarbene Pusteln von etwa 0,5 bis 3 mm auf gelblichgrün verfärbten Blattpartien | entwickelt sich besonders günstig bei 10 bis 15 °C |
| Bakterielle Adernschwärze | V-förmige gelbe bis braune Schäden am Blattrand, dunkel verfärbte Blattadern | keine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln möglich |
| Turnip mosaic virus | grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken, verformte Blätter | nicht direkt mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfbar; an Grünkohl kann die Mehlige Kohlblattlaus es übertragen |
Welke Pflanzen richtig deuten
Welkender Rosenkohl kann verschiedene Ursachen haben. Bevor du eine Pflanze aufgibst, lohnt der Blick auf Wurzeln und Strunk.
So ordnest du eine welke Pflanze ein
- Knötchenartige bis fingerförmige Wurzelwucherungen, innen weißfleischig und nicht hohl: Hinweis auf Kohlhernie.
- Verdickungen mit Hohlräumen und Larven darin: eher Gallen des Kohlgallenrüsslers.
- Weißliche Maden in Strunk und Wurzelbereich: spricht für die Kohlfliege.
- Dauernd nasser Boden: Ständige Überwässerung kann Wurzeln faulen lassen und Wassermangelsymptome trotz feuchten Bodens verursachen.
- Kein Befund an den Wurzeln: Verticillium- und Fusariumbefall lassen sich am Schadbild kaum sicher unterscheiden, Klarheit bringt eine Laboruntersuchung.
Bei einer welken Pflanze lege ich zuerst den Wurzelhals frei und suche nach Maden. Erst danach ziehe ich die Pflanze heraus und schneide Wurzelverdickungen auf.
Resistente Rosenkohlsorten gegen Kohlhernie
Gegen Kohlhernie gibt es Rosenkohlsorten mit Resistenz: Crispus F1 und Cronus F1. Beschrieben ist diese Resistenz gegenüber der Kohlhernie. Gegen Kohlfliege, Raupen, Läuse und Mehltau bleiben die übrigen Maßnahmen aus diesem Ratgeber nötig.
Beide Sorten sind F1-Hybriden. Aus selbst gewonnenem Saatgut wachsen F1-Hybriden nicht sortenecht nach, das Saatgut besorgst du also für jeden Anbau neu. Ich halte auch bei resistenten Sorten die Anbaupause ein und hole kranke Pflanzen samt Wurzeln aus dem Beet.
Auch bei anderen Kohlarten gibt es Sorten, die gegenüber Kohlhernie widerstandsfähig beschrieben sind:
| Kohlart | Sorte | Beschriebene Eigenschaft |
|---|---|---|
| Rosenkohl | Crispus F1 | Resistenz gegenüber Kohlhernie |
| Rosenkohl | Cronus F1 | Resistenz gegenüber Kohlhernie |
| Blumenkohl | Clapton F1 | Resistenz gegen Kohlhernie |
| Rotkohl | Lodero F1 | kohlherniefest |
| Weißkohl | Kilastor F1 | Resistenz gegen Kohlhernie und Weißen Rost |
Kohlröschen sind eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl. Wie du Kohlröschen bis zur Ernte schützt, steht in einem eigenen Ratgeber.
Spritzbrühen und Hausmittel: was sie leisten und was nicht
Brennnesseljauche, Knoblauchauszug, SchachtelhalmbrüheSchachtelhalmbrühe ist ein gekochter Auszug aus Ackerschachtelhalm. Die gelöste Kieselsäure soll das äußere Zellgewebe der Pflanzen festigen; die Brühe wird vorbeugend gegen Pilzkrankheiten an Obst und Gemüse gesprüht. und SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. gelten in vielen Gärten als natürliche Helfer gegen Schädlinge und Pilze. Ich ordne sie als Hausmittel mit einem Ruf ein, nicht als verlässlichen Schutz für den Rosenkohl. Rezepte mit Mengen findest du hier deshalb nicht.
| Hausmittel | Was ihm nachgesagt wird | Wie ich es einordne |
|---|---|---|
| Brennnesseljauche, vergoren | stärkt die Pflanzen gegen Schädlinge | vor allem ein stickstoffhaltiger Dünger, kein Schutzmittel |
| Brennnesselauszug | vertreibt Blattläuse | vorbeugend gespritzt wirkungslos, er müsste die Läuse direkt treffen |
| Knoblauchauszug | hält Schädlinge mit seinem Geruch fern | verlass dich beim Schutz des Rosenkohls nicht auf den Geruch |
| Schachtelhalmbrühe | macht Blätter widerstandsfähiger gegen Pilze | wer sprüht, macht die Blätter nass, und längere Blattnässe willst du beim Falschen Mehltau gerade vermeiden |
| Schmierseife | trifft Blattläuse bei direktem Kontakt | ich setze zuerst auf den kalten Wasserstrahl und das Entfernen der Kolonien |
„Mit Brennnesseljauche wird Rosenkohl widerstandsfähiger.“ Vergorene Brennnesseljauche ist vor allem ein stickstoffhaltiger Dünger. Beim Rosenkohl beeinträchtigt zu intensive Stickstoffdüngung die Röschenbildung. Wer ihn regelmäßig mit Jauche gießt, düngt also mit und kann damit die Röschenbildung beeinträchtigen.
Welche weiteren biologischen Wege es im Kohlbeet gibt, zeigt der Ratgeber darüber, welche biologischen Methoden im Blumenkohlbeet zum Einsatz kommen.
Reichen Handarbeit und Netz nicht, bleibt ein Pflanzenschutzmittel das letzte Mittel. Im Hausgarten darfst du nur Mittel einsetzen, die für Rosenkohl im Haus- und Kleingarten zugelassen und für nichtberufliche Anwender erlaubt sind. Das prüfst du vorher in der Gebrauchsanleitung und in der BVL-Datenbank. Halte dich an die Gebrauchsanleitung, trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeit bis zur Ernte und entsorge Reste sachgerecht. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.
Vorbeugen und eingreifen: das Wichtigste in Kürze
Ich gehe beim Rosenkohl in einer festen Reihenfolge vor: vorbeugen, regelmäßig kontrollieren und erst dann von Hand eingreifen. Wie diese Stufen im Kohlbeet zusammenhängen, erklärt der Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz im Kohl-Ratgeber.
Ein Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite legst du direkt nach dem Pflanzen mit Wachstumsraum auf und schließt die Ränder rundum mit Erde oder Steinen. Unter dem geschlossenen Netz erreichen Nützlinge eingeschlossene Schädlinge nicht, deshalb schaue ich auch darunter nach. Wie du das Netz über die Saison führst, beschreibt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Pflege.
Rosenkohl und andere Kreuzblütler stehen erst nach mindestens vier Jahren wieder auf derselben Fläche, als Vorfrüchte eignen sich Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais. In der Mischkultur gehören Radieschen, Rettich und Gelbsenf nicht direkt neben den Rosenkohl, und behauptete Schutzwirkungen von Nachbarpflanzen sind schwer nachzuweisen. Die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur, deine Beete über die Jahre planst du mit dem Beetplaner.
Im Freiland setzt biologischer Pflanzenschutz vor allem auf die Nützlinge, die schon da sind, während gekaufte Nützlinge überwiegend in geschützten Anbauräumen zum Einsatz kommen. Hellbraune, harte Blattlausmumien und gelbe Kokonhaufen neben toten Kohlweißlingsraupen können von solchen Gegenspielern stammen, deshalb lasse ich sie am Rosenkohl hängen. Welche Nützlinge am Rosenkohl gegen Läuse und Raupen arbeiten, liest du im eigenen Ratgeber.




