Sommerportulak richtig gießen: Wasserbedarf je Phase und Gießfehler erkennen
- Die Aussaat leicht andrücken, mit feinem Strahl angießen und danach mäßig feucht halten.
- Eingewachsener Sommerportulak verträgt Trockenheit, längere Trockenphasen können aber die Blattqualität mindern.
- Vor dem Gießen nachgraben: Welke Blätter können auf Trockenstress oder auf beginnende Wurzelfäule hindeuten.
- Morgens direkt im Wurzelbereich gießen, damit Pflanzen und Boden tagsüber abtrocknen.
- Töpfe brauchen Abzugslöcher, denn an nassen Standorten können Stängel- und Wurzelfäulen auftreten.

Eingewachsener Sommerportulak hält Trockenheit aus, an nassen Standorten dagegen können Stängel und Wurzeln faulen. Ganz ohne Gießkanne geht es trotzdem nicht: Die Aussaat muss feucht bleiben, und längere Trockenheit kann die Blattqualität mindern. Ich gieße Portulak deshalb nie nach Kalender. Bevor ich die Kanne fülle, grabe ich neben der Reihe mit der Handschaufel nach und schaue, wie tief die Erde noch feucht ist. Im Folgenden zeige ich dir, wie du nach Wachstumsphase, Boden und Standort gießt und woran du Gießfehler erkennst.
Wie viel Wasser braucht Sommerportulak?
Sommerportulak ist ein einjähriges Blattgemüse, von dem du Blätter und Stängel erntest. Winterportulak, auch Claytonie genannt, ist eine andere Art mit längeren, dünneren Stielen und zarteren Blättern, deshalb meine ich hier mit Portulak immer Sommerportulak. Wie sich die Arten einordnen, zeigt der Abschnitt Familien und Typen im Überblick über Salate und Blattgemüse.
Beim Wasser ist Sommerportulak genügsam, aber nicht anspruchslos. Eingewachsene Pflanzen vertragen Trockenheit und kommen sogar mit armen, verdichteten Böden zurecht. Längere Trockenheit solltest du trotzdem vermeiden, weil darunter die Blattqualität leiden kann. An nassen Standorten können dagegen Stängel- oder Wurzelfäulen auftreten. Gut passt deshalb ein feuchter, leichter, nährstoffreicher und gut durchlässiger Boden, der Wasser hält, ohne zu vernässen.
In der FeuchtezahlDie Feuchtezahl ist eine botanische Kennzahl (Zeigerwert nach Ellenberg) dafür, wie feucht der Boden ist, auf dem eine Pflanzenart in der Natur typischerweise wächst: von 1 (trocken) bis 9 (nass), bei Wasserpflanzen bis 12. nach Ellenberg steht Portulak bei 4. Die Skala reicht von 1 für TrockenheitszeigerTrockenheitszeiger sind Wildpflanzen, die vor allem auf trockenem Boden wachsen. Kommen sie an einer Stelle im Garten gehäuft vor, ist das ein Hinweis darauf, dass der Boden dort eher trocken ist. bis 9 für NässezeigerNässezeiger sind Pflanzen, deren gehäuftes Vorkommen einen sehr nassen Boden anzeigt, oft mit Staunässe. Typische Beispiele sind Ackerminze, Huflattich und Kriechender Hahnenfuß.. Portulak liegt damit näher an der trockenen als an der nassen Seite.
Die Kultur dauert nur 28 bis 42 Tage. Eine längere Trockenphase fällt damit auf einen großen Teil der Standzeit und trifft genau die Blätter, die du ernten willst.
Wann solltest du gießen?
Wie oft du gießt, richtet sich nach Bodenart und Witterung und nicht nach einem festen Wochentag. Für Menge und Zeitpunkt zählen die aktuelle Bodenfeuchte, das Wetter, das Wasserspeichervermögen des Bodens, die Wurzeltiefe und das Entwicklungsstadium deiner Pflanzen. Die direkte Antwort liefert der Boden. Grab neben der Reihe vorsichtig nach und schau, wie tief das Wasser vom letzten Regen oder Gießen eingedrungen ist. Vor einer größeren Wassergabe prüfst du die Feuchte auch in 20 cm Tiefe. Ist ergiebiger Regen angekündigt, kannst du die geplante Gabe verschieben, solange die Pflanzen bis dahin ausreichend versorgt sind.
Diese Punkte gehe ich vor dem Gießen durch.
- Neben der Reihe mit der Handschaufel angraben und die Feuchte mit den Fingern prüfen.
- Den Regenmesser ablesen: 1 mm Niederschlag entspricht 1 l Wasser je m².
- Im Wetterbericht nachsehen, ob ergiebiger Regen angekündigt ist.
- Welke Blätter erst zusammen mit der Bodenprobe deuten.
- Im Topf prüfen, ob die Abzugslöcher frei sind.
Wie gießt du in jeder Wachstumsphase?
Aussaat und Keimung: die oberste Schicht feucht halten
Sommerportulak säst du von April bis August direkt ins Beet. Zum Keimen braucht er mindestens 20 °C, deshalb liegt sein Saatfenster in der warmen Jahreshälfte. Die Samen kommen nur 0 bis 0,5 cm tief in die Erde. Drück sie nach der Saat leicht an, gieß mit feinem Strahl an und halte das Saatbeet danach mäßig feucht. Der feine Strahl verhindert, dass die Samen weggeschwemmt werden.
Weil die Samen höchstens einen halben Zentimeter tief liegen, hängt die Keimung an der obersten Bodenschicht. Trocknet diese Schicht ab, liegt der Samen im Trockenen, auch wenn es darunter noch feucht ist. Für die Saatfläche passt eine flächige Benetzung, gezielte Tropfer sind für einzelne Pflanzen gedacht. Nach 7 bis 14 Tagen erscheinen die Keimlinge, bis dahin bleibt die Fläche ohne Mulch.
Das Saatbeet gieße ich mit der feinen Brause und nie mit dem offenen Rohr der Kanne. Ob die Oberfläche noch feucht ist, sehe ich an ihrer dunklen Farbe. Wird sie hell, brause ich nach.
Termine, Abstände und die Ernte Schritt für Schritt beschreibt der Ratgeber, wie du Sommerportulak säst, pflegst und erntest. Die Termine der Salate und Blattgemüse liefert dir der Aussaatkalender zum Ausdrucken.
Jungpflanzen nach dem Pflanzen
Setzt du vorgezogene Pflanzen, gießt du sie so an, dass der Wurzelballen guten Kontakt zum umgebenden Boden bekommt. Bis sie eingewachsen sind, schützt du den Ballen vor dem Austrocknen. Grab dazu direkt daneben nach und prüfe, ob er noch feucht ist.
Eingewachsene Pflanzen bis zur Ernte
Sind die Pflanzen eingewachsen, vertragen sie Trockenheit, und du gießt nur noch nach Bodenprobe. Ist die Erde beim Nachgraben auch in der Tiefe trocken, gib eine Gabe, die bis in den Wurzelraum eindringt. Ob das Wasser dort angekommen ist, zeigt dir wieder die Schaufel. Längere Trockenphasen vermeidest du die ganze Erntezeit über, die von Mai bis September reicht, weil sie die Blattqualität mindern können.
Für eingewachsene Gartenpflanzen gelten bei Trockenheit 10 bis 20 l Wasser je m² und Gießvorgang als allgemeine Orientierung. Das ist ein Flächenwert und keine Menge je Pflanze, und du passt ihn an Boden und Pflanzenbedarf an. Wie viel davon dein Beet braucht, zeigt dir die Bodenprobe vor und nach dem Gießen.
Sommerportulak blüht von Juni bis September. Lässt du einige Pflanzen für Saatgut stehen, erklärt ein eigener Ratgeber, wie du Samen von Sommerportulak gewinnst und aufbewahrst.
Wie verändern Boden, Standort und Topf den Gießabstand?
Sommerportulak braucht einen sonnigen Platz. Wie du Beet und Boden für Salate und Blattgemüse allgemein vorbereitest, beschreibt der Abschnitt Standort und Boden im oben verlinkten Überblick. Hier geht es nur darum, wie Lage und Boden das Gießen verändern.
Im Beet
Der Wasserbedarf hängt von Wärme, Niederschlag und Boden ab und davon, ob das Beet sonnig oder windig liegt. Wie lange eine Gabe vorhält, bestimmt das Wasserspeichervermögen deines Bodens. Das findest du heraus, indem du nach dem Gießen immer wieder nachgräbst und dir merkst, wann die Feuchte aus der Tiefe verschwindet. Eine verkrustete Oberfläche lässt Wasser schlecht eindringen. Hack sie vor dem Gießen flach auf, damit das Wasser besser einzieht.
Im Topf und Hochbeet
Sommerportulak eignet sich für Hochbeet und Topf. Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, sonst entsteht Staunässe, die die Wurzeln schädigt. Kleine Gefäße musst du häufiger gießen, größere speichern mehr Wasser und verlängern die Gießabstände. Als Füllung eignet sich ein faserreiches, möglichst torffreies Kompostsubstrat, das Luft, Wasser und Nährstoffe gut speichert. Im Hochbeet hält eine Mulchschicht aus Stroh die Feuchtigkeit länger im Boden. Dünger gehört nicht ins Gießwasser: Bei der kurzen Kultur zur Küchenernte braucht Sommerportulak im Garten wie im Topf keine zusätzliche Düngung.
Welche Tageszeit und welche Technik passen?
Gieß möglichst früh am Morgen und direkt im Wurzelbereich. So begrenzt du die Verdunstung, und Pflanzen wie Boden trocknen im Lauf des Tages wieder ab. Möglichst viel Wasser soll auf den Boden gelangen und möglichst wenig auf die Blätter.
| Methode | Passt für | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Gießkanne mit feiner Brause | Saatbeet und Keimlinge | feiner Strahl, damit keine Samen wegschwemmen |
| Gießkanne am Pflanzenfuß | eingewachsene Pflanzen, Töpfe | Wasser auf den Boden, nicht über die Blätter |
| Tropfbewässerung | gezielt an einzelne Pflanzen, wassersparend | Filter nötig, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können |
| Perlschlauch | Reihen im Beet | Abgabe kann ungleich sein, Laufzeit am eigenen Bestand ermitteln |
| Überkopfberegnung | gleichmäßige Benetzung von Aussaatflächen | erhöht BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. und KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. |
Den ganzen Bestand von oben abbrausen. Überkopfberegnung benetzt die Blätter und erhöht den Krankheitsdruck. Gieß eingewachsene Pflanzen am Pflanzenfuß und nimm die Brause nur fürs Saatbeet.
Leitungswasser ist grundsätzlich ein hochwertiges Gießwasser, verschwende es trotzdem nicht. Regenwasser sammelst du nur von unproblematischen Dachflächen. Abläufe von Kupfer-, Zink- und herbizidbehandelten Bitumendächern gehören nicht an Gemüse.
Wie hältst du das Wasser im Boden?
Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung und schützt die Oberfläche vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und starker Erwärmung. Zugleich kann sie aufkommende Beikräuter unterdrücken. Als allgemeine Orientierung für Gartenbeete dient eine Mulchschicht von 2 bis 3 cm. Feinen Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und trägst ihn so auf, dass der Boden noch leicht durchscheint. Die Pflanzen deckst du dabei nicht zu, Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei. Bei feuchter Witterung trägst du weniger Mulch auf als bei Trockenheit.
Rindenmulch ist für Gemüsebeete ungeeignet, weil seine GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. das Wachstum hemmen können. Kranke Pflanzenreste und samentragende Unkräuter haben in der Mulchschicht nichts zu suchen. Dauerhaftes Mulchen kann allerdings den Schneckenbesatz erhöhen, das wägst du im Salatbeet ab. Ob Sommerportulak selbst den Boden bedecken soll, entscheidest du mit dem Beitrag darüber, was für und gegen Portulak als Bodendecker spricht.
Auch Nachbarpflanzen können Wasser im Boden halten: Eine geschlossene Pflanzendecke in der Mischkultur beschattet den Boden und vermindert so die Verdunstung. Das klappt nur, wenn Abstände und Wasserversorgung für alle beteiligten Kulturen stimmen, und ein Erfolgsversprechen ist Mischkultur nicht. Mit welchen Partnern Sommerportulak im Mischkulturbeet steht, zeigt ein eigener Ratgeber.
Woran erkennst du Gießfehler und was hilft?
Welke Blätter können bei Trockenstress auftreten, aber ebenso bei beginnender Wurzelfäule. Prüfe deshalb erst die Bodenfeuchte, bevor du zusätzlich gießt. Da an nassen Standorten Stängel- oder Wurzelfäulen auftreten können, kann eine zusätzliche Gabe auf nassen Boden das Problem verschärfen.
| Was du siehst | Was der Boden beim Nachgraben zeigt | Mögliche Ursache | Was du tust |
|---|---|---|---|
| welke, schlaffe Blätter | trocken, auch in der Tiefe | kann auf Trockenstress hindeuten | am Pflanzenfuß durchdringend gießen, danach mulchen |
| welke Blätter | nass | kann auf beginnende Wurzelfäule hindeuten | Gießen aussetzen, bis der Boden abgetrocknet ist |
| weiche, faulende Stängel am Boden | dauerhaft nass | kann auf StängelfäuleStängelfäule ist eine Pflanzenkrankheit, bei der der Stängel meist am Stängelgrund fault: Schwarze, eingesunkene Flecken umfassen ihn, die Leitungsbahnen werden unterbrochen, die Pflanze welkt plötzlich und stirbt ab. Bei Tomaten löst sie ein Pilz aus. hindeuten | nicht nachgießen, erst wieder nach Bodenprobe gießen |
| Topferde bleibt nass | Wasser staut sich im Gefäß | Staunässe kann die Wurzeln schädigen | Abzugslöcher freilegen oder in ein Gefäß mit Abzug umsetzen |
| Wasser zieht schlecht ein | Oberfläche verkrustet | Kruste behindert das Eindringen | Oberfläche flach aufhacken |
„Portulak braucht gar kein Wasser.“ Eingewachsene Pflanzen vertragen Trockenheit, das stimmt. Die Aussaat muss aber feucht bleiben, und längere Trockenheit kann die Blattqualität mindern. Wer nach Bodenprobe gießt, wird beidem gerecht.


