Romanesco-Krankheiten erkennen: schwarze Spitzen, Flecken und Welke einordnen
- Dunkle Stellen an Kopf und Strunk können beim Romanesco auf Falschen Mehltau hindeuten und werden leicht mit Alternaria verwechselt.
- Die Blattunterseite hilft beim Einordnen: Falscher Mehltau bildet dort einen hellen Pilzrasen.
- Alternaria zeigt graubraune, rundliche Blattflecken und wird durch 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit begünstigt.
- Weißrost bildet weißliche bis cremefarbene Pusteln und entwickelt sich besonders günstig bei 10 bis 15 °C.
- Kohlhernie-Dauersporen können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern, kranke Pflanzen gehören samt Wurzeln in den Restmüll.
- Früh am Tag bodennah gießen hält Blattnässephasen kurz und kann Falschem Mehltau vorbeugen.

Du willst einen Romanesco ernten und siehst schwarze Spitzen am Kopf oder dunkle Stellen im Strunk. Ich schneide in dem Moment nichts weg, sondern schaue mir zuerst die Blätter an, vor allem ihre Unterseiten. Dort finden sich Hinweise, die der Kopf allein nicht liefert. Dunkle Stellen können von mehreren Krankheiten stammen, und manches, was nach Befall aussieht, hängt mit Wetter oder Versorgung zusammen.
Romanesco ist eine grüne Form des Blumenkohls, deshalb ziehe ich bei vielen Fragen den Blumenkohl zum Vergleich heran.
Schwarze Spitzen am Romanesco: was dahinterstecken kann
Beim Romanesco kann Falscher Mehltau dunkle Verfärbungen am Kopf und im Strunk verursachen. Diese Stellen werden leicht mit Alternaria verwechselt, einer Blattfleckenkrankheit an Kohl. Am Kopf siehst du den Unterschied kaum, an den Blättern dagegen schon. Falscher Mehltau zeigt oben gelbliche Flecken und unten einen weißlichen Sporenrasen, bei Alternaria findest du graubraune, rundliche Flecken. Wer schwarze Spitzen einordnen will, dreht also zuerst die Blätter rund um den Kopf um.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf |
|---|---|
| Dunkle Stellen an Kopf und Strunk, unter den Blättern ein heller PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst. | Falscher Mehltau |
| Graubraune, rundliche Flecken auf den Blättern | Alternaria |
| Weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrünen Blattpartien | Weißrost |
| Mehlig weißer Belag auf den Blättern | Echter Mehltau |
| V-förmige gelbe bis braune Blattränder, dunkle Blattadern | Bakterielle Adernschwärze |
| Breiig zerfallendes Gewebe mit strengem Geruch | Fäulnis |
| Kleine Blättchen im Kopf oder griesige Oberfläche | Wetterbedingte Störung, keine Krankheit |
Zerfällt das Gewebe breiig und riecht streng, passt das eher zu einer Fäulnis als zu Mehltau. Bei Brokkoli führt eine bakterielle Kopffäule zu genau diesem Bild, begünstigt durch Verletzungen und große Nässe.
Sichtbar verschimmelten Romanesco isst du nicht mehr, du entsorgst ihn. Bei verschimmelten Kohlgerichten gilt dasselbe, denn weder Wegschneiden noch starkes Erhitzen beseitigt mögliche Schimmelpilzgifte sicher.
Dreh einige Blätter rund um den Kopf um und schau dir die Unterseiten bei Tageslicht an. Ein heller Rasen, rundliche graubraune Flecken oder einzelne weiße Pusteln führen dich zum passenden Abschnitt unten.
Falscher Mehltau: die Blattunterseite zeigt ihn
Falscher Mehltau beginnt mit gelblichen Flecken auf der Blattoberseite. Darunter wächst auf der Unterseite ein heller, weißlicher bis weißgrauer Pilzrasen. Beim Romanesco kann der Erreger zusätzlich Kopf und Strunk dunkel verfärben. Temperaturen von 8 bis 12 °C begünstigen die Keimung seiner Konidien. Bei 15 bis 17 °C kann er besonders schnell in die Blätter eindringen.
Vorbeugen heißt hier, längere BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. zu vermeiden. Gieß früh am Tag und bodennah, ohne die Blätter zu benetzen, damit die Pflanzen tagsüber abtrocknen. Bei Jungpflanzen beugen außerdem gute Lüftung, vermiedene Taubildung und rasch abtrocknende Blätter vor. Stark befallene Blätter nehme ich ab und trage sie aus dem Beet.
Unter einem Kulturschutznetz trocknen die Blätter bei feuchtem Wetter langsamer ab. Bei Chinakohl kann sich dadurch das Risiko von Pilzerkrankungen erhöhen. Weil Falscher Mehltau von langer Blattnässe profitiert, schaue ich bei Regenwetter unter dem Netz besonders genau auf die Blattunterseiten.
Verwechseln solltest du ihn nicht mit dem Echten Mehltau, der einen mehlig weißen Belag auf den Blättern bildet. Bei Blumenkohl gilt Echter Mehltau bisher nicht als besonders ernste Krankheit. Eine vorbeugende Bekämpfung ist dort gewöhnlich nicht nötig.
Abends mit der Brause über die Blätter gießen. Das Laub bleibt dann lange nass, und genau diese Blattnässe willst du beim Falschen Mehltau kurz halten. Gieß stattdessen früh morgens direkt auf den Boden.
Ich gieße Romanesco morgens mit der Kanne ohne Brause und halte die Tülle unter die Blätter, direkt neben den Strunk.
Alternaria: rundliche Flecken auf den Blättern
Alternaria verursacht an Kohl graubraune, rundliche Blattflecken. Begünstigt wird sie durch Temperaturen von 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Befallene Blätter entfernst du, das kann die Ausbreitung begrenzen. Ich schneide sie mit einem sauberen Messer nah am Strunk ab und entsorge sie außerhalb des Beetes. Siehst du am Kopf dunkle Stellen, aber an den Blättern keine rundlichen Flecken, prüfe die Unterseiten noch einmal auf Falschen Mehltau.
Weißrost: Pusteln statt Belag
Weißrost bildet weißliche bis cremefarbene Pusteln auf Blattpartien, die sich gelblichgrün verfärben. Die einzelnen Pusteln sind etwa 0,5 bis 3 mm groß. Beim Falschen Mehltau siehst du stattdessen einen Pilzrasen, beim Echten Mehltau einen mehligen Belag. Weißrost entwickelt sich besonders günstig bei 10 bis 15 °C. Befallene Blätter nehme ich ab und schaue bei den nächsten Rundgängen, ob an jüngeren Blättern neue Pusteln erscheinen. Ob eine Romanesco-Sorte ResistenzenResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. mitbringt, steht in ihrer Sortenbeschreibung.
Wetter als Hinweis: welche Temperaturen welche Krankheit begünstigen
Die Erreger werden bei unterschiedlichen Temperaturen begünstigt.
| Krankheit | Begünstigende Bedingungen |
|---|---|
| Falscher Mehltau, Keimung der Konidien | 8 bis 12 °C |
| Falscher Mehltau, Eindringen in die Blätter | 15 bis 17 °C |
| Weißrost | 10 bis 15 °C |
| Alternaria | 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit |
Kühle Tage begünstigen also vor allem die Keimung beim Falschen Mehltau und den Weißrost, warme und feuchte eher Alternaria. Das Wetter der letzten Tage hilft dir beim Einordnen, eine Diagnose ersetzt es nicht.
Adernschwärze und Virusflecken: wenn kein Mittel direkt hilft
V-förmige, gelbe bis braune Schäden am Blattrand und dunkel verfärbte Blattadern sind Hinweise auf die bakterielle Adernschwärze. Mit Pflanzenschutzmitteln lässt sie sich nicht direkt bekämpfen. Ich nehme betroffene Blätter ab und beobachte, ob sich die Schäden an der Pflanze weiter ausbreiten.
Grün-gelbliche Flecken, die später dunkel umrandet sind, und verformte Blätter kann das Turnip mosaic virus verursachen. Auch dieses Virus lässt sich nicht direkt mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen. An Grünkohl kann die Mehlige Kohlblattlaus es übertragen. Wer Läusekolonien früh entfernt, setzt also dort an, wo sich beim Virus überhaupt etwas tun lässt.
Keine Krankheit: Kopfschäden durch Wetter und Versorgung
Nicht jede Veränderung am Kopf ist ein Befall. Beim Blumenkohl hängen mehrere solcher Störungen mit Temperatur, Wasser und Nährstoffen zusammen.
| Was du siehst | Mögliche Ursache beim Blumenkohl |
|---|---|
| Kleine Blättchen wachsen aus dem Kopf | Durchwuchs, sortenabhängig, wenn der Kopf bei relativ hohen Temperaturen angelegt wurde |
| Griesige Oberfläche | sortenabhängig, wenn nach einer Hitzeperiode die Temperaturen plötzlich stark sinken |
| Kleine oder verformte Köpfe | Wassermangel während der Wachstumszeit |
| Hohler Strunk | kann auch bei zu viel Stickstoff auftreten, kein eindeutiger Hinweis auf Bormangel |
Besonders empfindlich reagiert Blumenkohl auf Wasser- und Nährstoffmangel, wenn die Kopfbildung beginnt. In dieser Phase grabe ich nach dem Gießen vorsichtig nach, ob der Boden 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet ist. Mehr zu vermeidbaren Kulturfehlern findest du im Ratgeber zu typischen Fehlern beim Romanesco-Anbau.
Viel Dünger macht Romanesco widerstandsfähig? So einfach ist es nicht. Beim Blumenkohl können hohle Strünke auch bei einem überhöhten StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. auftreten. Bei überwinternden Blumenkohlsorten kann weiches Wachstum durch zu viel Stickstoff Kälteschäden begünstigen. Bor auf Verdacht zu düngen kann bei Blumenkohl schnell zu einer Überversorgung mit Pflanzenschäden führen.
Welkt dein Romanesco? Erst an die Wurzeln schauen
Hängen die Blätter, obwohl der Boden feucht ist, kann die Ursache unter der Erde liegen. Ständige Überwässerung kann Wurzeln faulen lassen, sodass die Pflanze trotz nasser Erde Symptome von Wassermangel zeigt. Eine stark welke Pflanze ziehe ich deshalb vorsichtig heraus und schaue mir Wurzeln, WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. und den aufgeschnittenen Strunk an.
| Befund | Kann hindeuten auf |
|---|---|
| Knötchen- bis fingerförmige Wucherungen, innen weißfleischig und nicht hohl | Kohlhernie |
| Verdickungen mit Hohlräumen, darin eventuell Larven | Gallen des Kohlgallenrüsslers |
| Weißliche Maden im Wurzelbereich | KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. |
| Ältere Blätter vergilben oft einseitig, Leitungsbahnen im Strunk verfärbt | Fusariumwelke |
| Faulende Wurzeln in dauerhaft nassem Boden | Überwässerung |
Bei Blumenkohl beginnt die Fusariumwelke oft mit einseitig vergilbenden älteren Blättern. Am Schadbild lässt sie sich kaum sicher von Verticillium unterscheiden, dafür braucht es eine Laboruntersuchung. Ein dunkler Strunk allein sagt also wenig, denn beim Romanesco kann ihn auch Falscher Mehltau verfärben. Schau deshalb auf Blätter und Wurzeln, bevor du dich auf eine Ursache festlegst.
Kohlhernie und Schädlinge: das Wichtigste in Kürze
Kohlhernie: Kümmert dein Romanesco und sitzen knötchen- bis fingerförmige Wucherungen an den Wurzeln, kann das auf Kohlhernie hindeuten. Heilen lässt sich eine erkrankte Pflanze nicht: Du holst sie samt Wurzeln heraus, entsorgst sie über den Restmüll und reinigst deine Gartengeräte gründlich. Weil die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können, folgt auf der Fläche eine lange Pause für alle Kreuzblütler.
Kohlfliege: Ihre weißlichen Maden fressen an den Wurzeln und können junge Romanesco-Pflanzen welken und absterben lassen. Ein Pappkragen um den Wurzelhals fängt die Eier auf, die du samt Kärtchen entfernst. Gegen Puppen, die schon im Beet überwintert haben, schützt auch ein Netz nicht.
Kohlweißling und andere Raupen: Lochfraß bis auf die Blattrippen und grüne oder braune Kotkrümel deuten auf Raupen hin. Bei beginnendem Befall kann Absammeln schon reichen, ich suche dafür die Blattunterseiten und die Blätter um den Kopf ab. Gelbe Kokonhaufen neben abgestorbenen Raupen können von der Brackwespe Cotesia glomerata stammen, die lässt du in Ruhe.
Blattläuse: Blaugraue, wachsbepuderte Kolonien unter den Blättern weisen auf die Mehlige Kohlblattlaus hin. Entferne die Kolonien gleich zu Befallsbeginn, auch ein kräftiger kalter Wasserstrahl spült Läuse ab. Larven von Schwebfliegen und Marienkäfern sind Gegenspieler der Läuse, sie schonst du.
Eingreifen in Stufen: Vorbeugen, Kontrollieren und Absammeln kommen zuerst. Ein Pflanzenschutzmittel ist das letzte Mittel und nur mit Zulassung für Haus- und Kleingarten und die konkrete Kohlkultur erlaubt. Dann gelten Gebrauchsanweisung, Schutzkleidung, Wartezeit bis zur Ernte und sachgerechte Entsorgung, und ein Mittel kann auch Nützlinge treffen.
Die Anbaupause nach Kohlhernie, Netze und den Kontrollkalender für Schädlinge findest du ausführlich in den Abschnitten zu Krankheiten, Schädlingen und Pflanzenschutz im Kohl-Ratgeber. Wie du Romanesco ohne chemische Mittel pflegst, zeigt die Anleitung zum biologischen Romanesco-Anbau mit natürlicher Düngung und Pflege. Für eine andere Kohlart findest du Netz, Kontrolle und Absammeln im Ratgeber, wie du Rosenkohl vorbeugend vor Krankheiten und Schädlingen schützt.
Vorbeugen: so halte ich das Romanesco-Beet gesund
Für Romanesco wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7,5 empfohlen. Ob du kalken solltest, hängt vom gemessenen pH-Wert, von der Bodenart und vom Humusgehalt ab. Am Anfang steht deshalb eine Bodenuntersuchung. Staunässe vermeidest du, weil feuchte bis staunasse Böden Kohlhernie-Infektionen begünstigen.
Gegossen wird früh am Tag und bodennah, wie beim Falschen Mehltau beschrieben. Eine Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann den KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. vermindern.
Kreuzblütler kommen vorbeugend nur alle 3 bis 5 Jahre wieder an denselben Platz. Dazu zählen neben Kohl auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps. Wo zuletzt Kohl stand, behältst du mit dem Beetplaner für deine Fruchtfolge im Blick.
Mischkultur kann unterstützen, garantiert aber nichts, denn günstige Nachbarschaftswirkungen sind schwer nachzuweisen. Als Partner für Blumenkohl gelten Sellerie, Tomaten, Bohnen, Salat und Erbsen. Andere Kreuzblütler setzt du nicht direkt daneben, und passende Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer für dein Beet.
Nach der Ernte räume ich Strünke und Blätter vom Beet. Beim Rundgang drehe ich einige Blätter um, denn unten sitzen die Blattläuse und dort zeigt sich auch der Rasen des Falschen Mehltaus. Pflanzabstände und Pflege findest du in der Anleitung, wie du Romanesco Schritt für Schritt von der Aussaat bis zur Ernte anbaust.





